OpenAI Decisions API ist live: 400 KI-Entscheidungen pro Anfrage
OpenAI spezialisiert GPT-6 Luna auf begrenzte Entscheidungen statt lange Textantworten. Das ist für Agenten-Routing, Moderation und Sprach-Apps relevant – mit neuen Prüfpflichten.

Die Decisions API ist seit dem 22. Oktober 2026 allgemein verfügbar. Sie verarbeitet auf GPT-6 Luna bis zu 400 unabhängige Fragen pro Anfrage, unterstützt Text, Bilder und strukturierte Daten und kostet laut aktueller Dokumentation 0,10 US-Dollar je Million Eingabetokens; für diesen Endpunkt fallen derzeit keine Ausgabe-, Cache-Lese- oder Cache-Schreibtokengebühren an. Regionale Zuschläge können gelten.
FAKTENSTATUS PRO AUSSAGE
Was belegt und was offen ist
Originalquellen, Herstellerangaben und offene Fragen bleiben erkennbar getrennt.
- Originalquelle
API allgemein verfügbar
OpenAI bestätigt die allgemeine Bereitstellung am 22. Oktober 2026.
Beleg: OpenAI – Build more responsive apps with the Decisions API ↗
- Originalquelle
400 Fragen und GPT-6 Luna
Die technische Dokumentation erlaubt bis zu 400 unabhängige Fragen; abhängige Entscheidungen müssen getrennt erfolgen.
- Herstellerangabe
Bis zu zehnmal schneller
Das ist ein Anbieter-Vergleich mit GPT-6 Luna über Responses, kein unabhängiger Benchmark für jede Aufgabe.
Beleg: OpenAI – Build more responsive apps with the Decisions API ↗
- Offene Frage
Fehlerquoten in produktiven Abläufen
Falsch positive und falsch negative Entscheidungen sowie echte Gesamtkosten bleiben anwendungsspezifisch.
Herstellerquellen sind keine unabhängigen Funktionstests. Methodik →
Warum eine neue API für kleine Entscheidungen wichtig ist
Viele KI-Agenten rufen ein großes Sprachmodell nicht auf, um einen langen Text zu erhalten. Sie benötigen eine kurze Entscheidung: Ist ein Dokument eine Rechnung, welche Abteilung soll eine Anfrage bearbeiten oder darf ein vorgeschlagener Systembefehl überhaupt weitergeleitet werden? Für solche kleinteiligen Schritte hat OpenAI am 22. Oktober 2026 die Decisions API allgemein freigegeben. Sie arbeitet mit GPT-6 Luna, liefert begrenzte Ausgabekategorien und kann damit eine andere Rolle in Agentenarchitekturen übernehmen als eine gewöhnliche Chat- oder Textgenerierungsantwort. Die Schnittstelle macht die Entscheidung nicht automatisch richtig oder sicher; sie schafft einen eigenen, messbaren Baustein.
400 Fragen sind nicht 400 autonome Arbeitsschritte
Technisch gibt es Prädikate, Auswahlfragen und Bewertungsskalen. OpenAI nennt nun maximal 400 unabhängige Fragen pro Request, gegenüber 200 in der Beta. Eine Anfrage kann gemeinsamen Kontext für mehrere Klassifizierungen wiederverwenden. Aber die Dokumentation zieht eine klare Grenze: Hängt die zweite Frage vom Ergebnis der ersten ab, müssen getrennte Requests erfolgen. Ein Agent mit Freigabe- und Prüfpfaden kann deshalb nicht seine vollständige Entscheidungslogik in ein einziges Paket auslagern. Zugelassene Antwortmöglichkeiten, Schwellen und Eskalationen müssen die Anwendung selbst definieren.
Preis, Datenregionen und technische Grenzen
OpenAI nennt für gpt-6-luna über den Endpunkt /v1/decisions derzeit 0,10 US-Dollar pro Million Eingabetokens. Die aktuelle Entwicklerdokumentation nennt ausdrücklich keine getrennten Gebühren für Cache-Lesen, Cache-Schreiben oder Ausgabetokens; lange Kontexte und bestimmte Regionen können zusätzliche Preisfaktoren haben. Unterstützt werden Text, Bilder sowie native JSON-Eingaben und eine Integration mit GPT-Live. Verarbeitung in den USA und im europäischen Wirtschaftsraum einschließlich der Schweiz wird unterstützt, ist aber kein allgemeiner Datenschutz-Freifahrtschein. Zero Data Retention und HIPAA-Einsatz sind auf berechtigte Kunden samt Voraussetzungen begrenzt.
Was OpenAI zu Tempo und Qualität behauptet
Der Hersteller bewirbt bis zu zehnfache Geschwindigkeit gegenüber GPT-6 Luna über die Responses API. Außerdem berichten Box, Datadog, Sierra und andere Kunden von Verbesserungen in ihren eigenen, unterschiedlichen Messungen. Diese Beispiele sind nicht mit einer gemeinsamen repräsentativen Vergleichsstudie gleichzusetzen. Das Ergebnis kann bei kurzen Klassifizierungen anders ausfallen als bei komplexen Sicherheitsentscheidungen. Auch eine hohe Konfidenz ist keine Garantie, dass eine Aktion zulässig ist. Besonders bei Zahlungen, Löschvorgängen oder Ausführung von Code sind harte Richtlinien und menschliche Freigaben weiterhin nötig.
Wie Entwickler verantwortungsvoll starten
Ein sinnvoller Pilot beginnt mit beschrifteten echten Eingaben, beispielsweise 300 bis 500 Supportfälle oder Dokumente. Entwickler definieren zulässige Antwortklassen, zählen Falschpositive und Falschnegative, messen Latenz und Kosten über die gesamte Orchestrierung und testen mehrdeutige Fälle. Niedrige Konfidenz führt in eine manuelle Prüfung, nicht zu blindem Handeln. Die wichtigste Konsequenz ist architektonisch: KI-Agenten können schnelle probabilistische Einordnungen von der eigentlichen Befugnis zur Ausführung trennen. Ob die neue API dabei in einem konkreten Unternehmen günstiger und besser ist, muss erst der eigene Vergleich zeigen.
REDAKTIONELLE EINORDNUNG · KEIN UNABHÄNGIGER TEST
AgentenCode-Einordnung
Die Decisions API könnte ein wichtiger Spezialbaustein für Agenten werden: Klassifikation und Routing lassen sich billiger und schneller evaluieren als mit vollständiger Textgenerierung. Sicherheit entsteht aber erst durch überprüfbare Schwellenwerte, getrennte Ausführungsrechte und realistische Gegenproben.
Originalquellen
Originalmeldung: 2026-10-22; redaktionelle Veröffentlichung: 23.10.2026.
Häufige Fragen
Ist die Decisions API bereits verfügbar?
Ja, OpenAI meldet am 22. Oktober 2026 allgemeine Verfügbarkeit, vorbehaltlich Kontozugang und regionaler Einstellungen.
Können 400 Fragen aufeinander aufbauen?
Nein. Die Dokumentation unterscheidet unabhängige Fragen innerhalb einer Anfrage von abhängigen Entscheidungen in getrennten Aufrufen.
Kostet jede Ausgabe extra?
Für /v1/decisions nennt die aktuelle Dokumentation 0,10 US-Dollar pro Million Eingabetokens und keine separaten Gebühren für Ausgaben oder Cache-Reads/Writes; weitere Faktoren können gelten.