Microsoft Copilot Harness in Foundry: Neue KI-Agenten, neue Kosten und wichtige Grenzen

Microsoft hat am 28. Oktober 2026 den Copilot Harness in Foundry Agent Service als Public Preview vorgestellt. Entwickler sollen wiederverwendbare Skills, Tools und Subagenten nutzen können, ohne die komplette Orchestrierungsumgebung selbst zu betreiben. Die spannendste Entscheidung ist aber nicht nur die Modellwahl: Was ist wirklich verfügbar, wie werden lange Aufgaben wiederaufgenommen und welche Kosten entstehen ab 1. Dezember?

Eigene symbolische AgentenCode-Titelillustration in Marineblau und Cyan, kein Produktscreenshot
Eigene redaktionelle Illustration – kein offizieller Produktscreenshot oder unabhängiger Produkttest.
DAS WICHTIGSTE

Copilot Harness ist in Foundry Agent Service als Public Preview verfügbar. Separat ist die Langläufer-Resilienz für Hosted Agents allgemein verfügbar. Der Harness selbst wird ab dem 1. Dezember 2026 verbrauchsabhängig berechnet; Modell- und Toolkosten können schon vorher anfallen.

Quellenlage und Grenzen

  1. Primärquelle

    Microsoft-Originalmitteilung vom 28. Oktober 2026. Copilot Harness = Public Preview; Long-running resilience für Hosted Agents = GA. Originalmeldung.

  2. Nicht unabhängig geprüft

    Regionale Verfügbarkeit, unterstützte Modelle und Tools sowie individuelle Abrechnung müssen geprüft werden. Keine eigene Live-Kostenmessung und kein unabhängiger Benchmark.

Warum Microsoft nicht einfach ein weiteres Modell veröffentlicht

Der Microsoft Foundry-Blog vom 28. Oktober beschreibt den Harness als Laufzeitumgebung rund um das Modell: Sie verbindet Kontext, Skills, Werkzeuge, Ausführungsumgebung und Richtlinien. Entwickler sollen ein unterstütztes Modell wählen können, ohne die gesamte Orchestrierung neu zu schreiben. Das ist etwas anderes als ein neues Sprachmodell. AgentenCode sieht darin eine strategische Verschiebung: Der Betrieb von KI-Agenten wird zunehmend durch die Qualität des umgebenden Ausführungssystems bestimmt – nicht allein durch die Modell-Benchmarkliste.

Vier Bausteine der Public Preview

Microsoft nennt wiederverwendbare Skills, angebundene Tools einschließlich ausgewählter MCP-Integrationen, Ausführung mit begrenzter Delegation an Subagenten sowie versionierbare Agentendefinitionen. Die Plattform betreibt laut Hersteller Agentenschleife und Sandbox; das Unternehmen selbst liefert Fachwissen, Daten, Zugriffsregeln und Tests. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass alle denkbaren Modelle, Regionen oder externen Tools automatisch unterstützt werden. Auch Authentifizierung und Freigaben bleiben für angebundene Dienste zu konfigurieren.

Der wichtigste Unterschied: Preview-Harness und GA-Langläufer

Zwei Ankündigungen aus derselben Meldung dürfen nicht vermischt werden. Copilot Harness in Foundry Agent Service ist Public Preview. Die Resilienz für lang laufende Hosted Agents ist hingegen laut Microsoft allgemein verfügbar. Hosted Agents ermöglichen eigene Frameworks und Ausführungslogik. Bei Unterbrechungen kann Foundry Arbeit mit dem ursprünglichen Input neu starten, aber die eigene Anwendung muss Fortschritt und Zwischenstände speichern. Wenn ein Agent fremde Systeme aktualisiert, muss sie doppelte Aktionen nach Wiederanlauf verhindern. Der Neustart allein stellt keine fachlich idempotente Bearbeitung sicher.

Was ab 1. Dezember kostenpflichtig wird

Laut Microsoft-Preishinweis beginnt die verbrauchsabhängige Abrechnung für die Harness-Laufzeit am 1. Dezember 2026. Vorher ist die Harness-Laufzeitnutzung selbst kostenlos, nicht jedoch automatisch die Modellinferenz, kostenpflichtige Werkzeuge oder angeschlossene Dienste. Als veröffentlichte Ausgangswerte nennt Microsoft ab Dezember 0,0994 USD je vCPU-Stunde und 0,0118 USD je GiB-Stunde für Sandbox-Compute und -Speicher. Region und Vertrag können abweichen. Das ist keine Pauschale pro Agent und kein garantierter Endpreis eines gesamten Workflows.

Eine Kosten- und Architekturmatrix statt Marketingversprechen

Unsere AgentenCode-Matrix trennt einfache Prompt Agents, den neuen verwalteten Harness, eigene Hosted Agents und vollständig selbst betriebene Agenten. Entscheidend sind Komplexität, Betriebslast, Produktstatus und messbare Kosten. Vor einer Entscheidung sollte man Dauer und Häufigkeit von Aufgaben, Ressourcenbedarf, Tool-/Modellaufrufe, Wiederanläufe und Idempotenz messen. Insbesondere ein günstiger kurzer Test sagt wenig über parallel laufende Agenten mit langen Laufzeiten aus. Ein Kostenpilot ist sinnvoller als eine pauschale Aussage, der Microsoft-Harness sei grundsätzlich billiger als eigene Infrastruktur.

Originale AgentenCode-Prüfmatrix mit vier Auswertungsebenen
Eigene quellenbasierte Analyse; keine unabhängige Produkt- oder Sicherheitstestmessung.
Status nach Originalquelle und eigene Handlungsempfehlung
BereichBeleg / StatusAgentenCode-Entscheidung
Prompt Agent ohne HarnessEinfacher Ablauf; vorhandene Tools genügenGeringere Orchestrierung, Einschränkungen prüfen
Copilot Harness (Preview)Skills, MCP, Tools, DelegationUnterstützte Regionen/Tools und Preview-Risiken prüfen
Hosted Agent (GA-Resilienz)Eigenes Framework; lang laufende JobsCheckpoints, Idempotenz und Wiederaufnahme selbst sichern
EigenbetriebVolle Kontrolle über RuntimeBetrieb, Upgrades, Kosten und Sicherheit selbst tragen

Berechtigungen, MCP und schwierige operative Fragen

Der Harness unterstützt angebundene Tools und Skills, aber ein Tool darf nicht allein deshalb produktive Schreibrechte erhalten, weil die Orchestrierung verwaltet ist. Unternehmen sollten Identitäten, Zugriffsrechte, Freigabeschwellen, Datenhaltung und Protokolle dokumentieren. Bei lang laufenden Aufgaben kommen Timeout-Grenzen, Unterbrechungen und Wiederholungen hinzu. Ein Bericht, der zweimal verschickt wird, oder ein Ticket, das zweimal angelegt wird, kann trotz funktionierendem Restart ein realer Fehler sein. AgentenCode-Einordnung: Eine Managed Runtime reduziert technischen Aufwand, aber nicht die Verantwortung für den konkreten Geschäftsprozess.

Welche Teams jetzt testen sollten – und welche besser warten

Ein Test der Preview lohnt sich, wenn ein Team bereits mehrstufige Agenten plant, wiederverwendbare Skills benötigt und einen sicheren Testmandanten besitzt. Wer nur einfache Frage-Antwort-Abläufe betreibt, muss dafür nicht zwangsläufig eine zusätzliche Orchestrierungsschicht einführen. Bei langfristig produktiv genutzten Prozessen sollten Kosten und Wiederanlaufverhalten mit realen Daten getestet werden, bevor die Preview zur Grundlage kritischer Abläufe wird. Unser Tipp: eine abgegrenzte Aufgabe mit nachweisbaren Ein-/Ausgaben und klaren Schreibrechten pilotieren. Weitere Berechtigungsbeispiele zeigt unsere Analyse zu Copilot Automations.

Originalquellen und Forschung

  1. Microsoft Foundry Blog: Copilot harness preview and pricing, 28 Oct 2026
  2. Official Microsoft Blog: multi-model Copilot harness, 28 Oct 2026

Häufige Fragen

Ist der Microsoft Copilot Harness schon allgemein verfügbar?

Nein. Der Harness in Foundry Agent Service wurde am 28. Oktober als Public Preview vorgestellt.

Was ist bereits GA?

Die Unterstützung für lang laufende Resilienz bei Hosted Agents, nicht der neue Harness selbst.

Ist die Preview komplett kostenlos?

Nein. Vor Dezember ist nur die Harness-Laufzeit selbst kostenlos; Modellinferenz und andere Dienste können berechnet werden.

Wie teuer wird es ab 1. Dezember?

Microsoft nennt 0,0994 USD pro vCPU-Stunde und 0,0118 USD pro GiB-Stunde für Sandbox-Ressourcen, abhängig von Region und Vertrag; weitere Kosten kommen hinzu.